Archiv
Kinder erzählen Kunst
Mit “Kinder erklären Kunst” wollen wir Passanten zeigen, dass Kunst auch ausserhalb Galerien stattfindet.
Statt Werke von professionell anerkannten Künstler/innen in einer klassischen Galerie zu zeigen, sollen sie in Form von tragbarer Kunst von Kindern der Schule Bratsch am 5. Oktober vom Thel/Leuk am Kreuzweg entlang hinunter bis zur Satellitenstation in Brentjong getragen werden.
Die Schulkinder der Schule Bratsch erläutern an jeder Station ihre Sicht auf je ein Kunstwerk.
Angekommen bei der Satellitenstation gibt es einen gemeinsamen Apéro, bei dem die Kleinkunst den Besitzer wechseln und in einer Tragetasche direkt heimgenommen werden kann.
TragBAR bedeutet in diesem Zusammenhang
Die Werke der Künstler/innen passen jeweils in eine Einkaufstasche
Die Werke sind zu einem tragbaren Preis erwerblich
Die Werke können bei einem Kauf direkt in der Tragetasche mit nach Hause genommen werden.
Ausstellung Gstaad
TryART hat in Zusammenarbeit mit der Kuratorin Anna Högl Fatyanova die Ausstellung unter dem Titel «Vertikale Achse» im Studio Nägeli kuratiert und durchgeführt. Die Operative Leitung oblag Carlo Schmidt.
Folgende Künstler:innen aus dem Wallis oder mit Bezug zum Wallis waren an der Ausstellung beteiligt: Jahsha Schmidt, Jonas Wyssen, Badel/Sarbach-Jérémie Sarbach, Helga Zumstein, Carlo Schmidt, Pascal Seiler, Joc jon Josch-Jonathan Brantschen.
Jubiläumsausstellung
120 Jahre SGBK
Eine Jubiläumsfeier, die auf einem Irrtum von Männern beruht
Im Schloss Leuk fand 2022 eine würdige Feier zum 120-Jahr-Jubiläum der Schweizerischen Gesellschaft bildender Künstlerinnen statt. Doch der Anlass begann mit einem Irrtum.
«Es ist ein Irrtum. Der Irrtum eines Mannes.» Mit diesen Worten eröffnete Arnold Steiner, Präsident der Stiftung Schloss Leuk, die 120-Jahr-Jubiläumsfeier der Schweizerischen Gesellschaft bildender Künstlerinnen, SGBK. Er schlug damit einen Bogen von den Anfängen der SGBK zum Schloss Leuk. Auch an den Mauern des Schlosses würden Irrtümer kleben, sagte Arnold Steiner. Sie seien entstanden durch männliche Arroganz und Irrsinn, welche zu Kriegen und Hexenprozessen geführt hätten. Opfer seien vor allem die Frauen gewesen. Seine Worte berührten die Anwesenden.
Die Gründungszeit der SGBK war geprägt vom Denken des Patriarchats, das kunstschaffende Frauen einschränkte. Frauen durften in der Schweiz nicht an Kunstschulen studieren, ihre Bilder wurden in Galerien so gut wie nie gezeigt. Die Gründung der SGBK 1902 kann als Protestaktion der Künstlerinnen verstanden werden. Denn ihnen blieb die Aufnahme in den Berufsverband ihrer männlichen Kollegen GSMBA (später Visarte) verwehrt. 120 Jahre später hat sich viel verändert.
Helga Zumstein zeigte sich erfreut über den grossen Publikumsaufmarsch. Die Kuratorin der Jubiläumsausstellung sagte: «Wir könnten über die Benachteiligung von Künstlerinnen lamentieren, aber heute ist nicht der Tag dafür.» Sie erklärte die Jubiläumsfeier zum Tag der Freundschaft unter Künstlerinnen und der verbindenden Freude an der Kunst. Und so wurde es auch gehalten.
Das Kernstück des Jubiläums war die dreimonatige Ausstellung mit 56 Künstlerinnen im Schloss Leuk.
Kuratorin Helga Zumstein gab den Künstlerinnen kein übergeordnetes Thema vor. «Jede Künstlerin kann so an der Ausstellung zeigen, was ihr entspricht. Ich wollte niemanden in ein Korsett zwängen», sagt Helga Zumstein.
Omas Glozzjini
Zur Jubiläumsausstellung gehört auch das partizipative Häkelprojekt «Omas Glozzjini». Die Zinnen des Turms vom Schloss Leuk wurden während der Ausstellungsdauer mit sogenannten «Glozzjini» eingekleidet. Schon von Weitem war die textile Intervention sichtbar. Einzelpersonen, Gruppen, Altersheime und Institutionen waren daran gearbeitet. So gab es am Jubiläumsanlass rührende Szenen. Eine ältere Frau wurde bis zuoberst auf den Turm begleitet, weil sie unbedingt die «Glozzjini» sehen wollte, die sie gehäkelt hatte.
«Omas Glozzjini» könnte man als Sinnbild für die Jubiläumsausstellung schlechthin bezeichnen. Denn genau wie bei den Glozzjini ging es auch beim Ausstellungskonzept um das Miteinander, um das Ganze, zu dem jede einzelne Künstlerin etwas beigetragen hat.
Die Leitung des Projektes «Omas Glozzjini» oblag Elisabeth Fux Mattig und Manuela Brügger.